Familie

Blogparade: #gutgemacht – Manchmal tut ein Lob von außen gut

Bereits vor einiger Zeit rief Séverine aka Mama on the rocks zu einer Blogparade auf. Das Thema: #gutgemacht. Denn viele Dinge, die man bei der Erziehung seiner Kinder gut im Griff hat, die man eben gut gemacht hat, gehen im Stress und Chaos des Familienalltags oft unter. Wie so oft sind einem ja eher die Dinge präsent, die nicht so toll laufen – daher ist wichtig, sich ab und zu auch die guten Dinge bewusst zu machen.

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Meine Kinder hören schlecht. Also sie hören schon, nur eben nicht auf das, was ich sage. Das ist bei dem Großen so, war schon immer so, und auch bei den Zwillingen ist das leider nicht anders. Wieviel sich die beiden von ihrem großen Bruder abgeschaut haben – ich weiß es nicht.

Es ist auf jeden Fall nervenaufreibend und kräftezehrend, immer wieder dieselben Monologe, auffordern, verbieten, hinterherlaufen, beim Essen, beim Anziehen, beim ins Bett gehen.

Ich mag nicht die ganze Zeit schimpfen, aber manchmal tanzen sie mir zu dritt auf der Nase herum. Dann neige ich auch schnell zu leeren wenn-dann-sonst-Drohungen und bin nicht konsequent. #überforderteMutti

Es gibt jedoch eine Sache, die gut klappt: wenn wir draußen sind, im Straßenverkehr. Da war ich wohl irgendwie konsequent.

Seit Emil laufen kann, ist er stets im Laufschritt unterwegs. Langsam kann er nicht, und so ist er mir anfangs oft weggelaufen beim Spazieren gehen. Er war damals zusammen mit einem Jungen aus der Nachbarschaft in der Krippe und wir sind nachmittags meistens zusammen nach Hause gegangen. Während meine Nachbarin immer nach hinten rufen musste „Leonhard, komm! Jetzt komm, weiter!“, musste ich immer nach vorne brüllen „Stop! Emil, Stopp! Nicht so schnell! Warte bitte!“

Aber, wie ich eingangs sagte, Emil hört nicht, und so musste ich dauernd hinter ihm herrennen und ihn festhalten damit er nicht einfach auf die Straße lief. Es kam nicht selten vor, dass ich Spaziergänge oder Spielplatzbesuche abgebrochen habe, weil Emil permanent ausgebüchst ist. Dann habe ich ihn oft unter lautem und andauerndem Protestgeschrei an der Hand nach Hause gezogen oder ihn im Kinderwagen gefahren. Wie eine Rabenmutter, so habe ich mich dabei gefühlt. Zu Hause und nachdem wir uns beide wieder beruhigt hatten, habe ich ihm dann erklärt, warum er nicht einfach weglaufen oder auf die Straße laufen darf.

Als sich die Zwillinge dann ankündigten, war es mir doppelt wichtig, dass Emil auf mich hört wenn wir unterwegs sind, denn ich konnte mit dem wachsenden Zwillingsbauch nicht mehr schnell hinter ihm herlaufen. Aber siehe da, mit knapp drei Jahren funktionierte es auf einmal. Er lief ein Stück vor und wartete dann auf mich. An der Straße blieb er stehen und wartete auf mich. Wow!

Seitdem fuhr Emil jeden Tag mit dem Laufrad zur Kita und zurück. Ein Jahr später haben Emil und Leonhard fast zeitgleich Fahrrad fahren gelernt. Und während Emil immer brav an der Straße angehalten hat um zu gucken, ist Leonhard einfach weitergefahren. Eines Nachmittags sagte meine Nachbarin dann zu mir „Ich habe dich ja immer für zu streng gehalten mit Emil, dabei hast du es genau richtig gemacht!“

Dieses Lob hat mich echt umgehauen! Und es hat mich zum Nachdenken gebracht, denn bis dahin hatte ich nicht das Gefühl etwas „richtig“ gemacht zu haben. Im Gegenteil, ich fühlte mich immer eher hilflos, wenn Emil nicht gehört hat und mir abgehauen ist. Ein schreiendes Kind vom Spielplatz nach Hause zu zerren ist nicht gerade aufbauend für das Selbstwertgefühl. Die Worte meiner Nachbarin haben im Nachhinein so unendlich gut getan!

Bei den Zwillingen habe ich dann etwas bewusster auf die „Verkehrserziehung“ geachtet. Witzigerweise sind die beiden genauso verschieden wie Emil und Leonhard. Lottchen ist die Gemütliche, die ich immer zum Weitergehen animieren muss, während Luise mir genau so gerne abhaut wie Emil früher.

Wenn ich also mit beiden oder, wie meistens, mit allen dreien unterwegs bin, muss ich mich darauf verlassen können, dass sie auf mich hören. Und so habe ich nicht selten Luise wieder in den Kinderwagen verfrachtet, wenn sie mal wieder mein „Stopp!“ ignoriert hat, aber auch Lottchen, wenn sie absolut nicht weitergehen wollte und sich mitten auf die Straße gesetzt hat.

Jetzt sind die Zwillinge ebenfalls fast drei – und es klappt auch hier. Sie laufen mir nicht mehr so einfach weg und wissen, dass sie an der Straße anhalten und gucken müssen.

Nur Lottchen bummelt immer noch gerne, und da schließt sich der Kreis, denn sie hört einfach nicht auf mich, wenn ich sie rufe…

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